Unseriöse Praktiken erkennen

In allen gängigen Medien, besonders aber im Internet, wirbt eine unüberschaubare Zahl von Privatkliniken und - praxen um die Gunst der Krebspatienten, die sich von außergewöhnlichen Angeboten Heilungschancen erhoffen.
Bei der Auswahl von Kliniken und Therapeuten sollte neben der Qualifikation der Therapeuten immer auch das jeweilige Leistungsspektrum dahin gehend hinterfragt werden, ob es den Anforderungen an eine wirksamkeitsgeprüfte Medizin genügt. Dies gilt insbesondere dann, wenn die angebotenen Diagnostik- und Therapieansätze nicht über die gesetzliche oder private Krankenversicherung erstattet werden.

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Zweifelhafte Werbung erkennen

Werbeaussagen, die Zweifel an der Seriosität aufkommen lassen, sind z. B.:

  • Heilung ist möglich, selbst wenn alle (Standard-)Therapien versagt haben,
  • „verstümmelnde“ Operationen werden überflüssig,
  • aggressive Chemo- oder Strahlentherapien können ausgesetzt werden,
  • die Behandlung hat keine Nebenwirkungen,
  • es werden nur Erfolge berichtet; mögliches Therapieversagen wird dem Patienten selber oder „der Schulmedizin“ angelastet,
  • die Wirkung der Tumorzellen tötenden Standardtherapie wird verstärkt,
  • die „individuellen“ Diagnostik- und Therapieverfahren können von keinem anderen durchgeführt werden,
  • eine „zweite Meinung“ zu den empfohlenen Maßnahmen ist unerwünscht und zeugt von Misstrauen,
  • bei gleichzeitig angewendeten „schulmedizinischen Maßnahmen“ ist die Therapie angeblich nicht mehr wirksam,
  • die „Schulmedizin“ bzw. „Pharmalobby“ verhindert angeblich die Anerkennung der beworbenen Methode.



Besondere Vorsicht ist außerdem geboten bei:

  • Arzneimitteln bzw. Nahrungsergänzungsmitteln, die in Deutschland nicht zugelassen sind,
  • Diagnostikverfahren, deren Aussagefähigkeit nicht belegt ist sowie Laboruntersuchungen ohne Relevanz für die Praxis.

Achtung:

Verdächtig sind vor allem auch ungewöhnliche Zahlungsbedingungen, wie z. B. die Vorauszahlung hoher Summen oder sofortige Barzahlung ohne Ausstellung einer Rechnung. Derartige Forderungen sind höchst unseriös und bedürfen teilweise sogar der rechtlichen Verfolgung. Gehen Sie als Patient daher auf solche Aufforderungen keinesfalls ein!

Unter dem Navigationspunkt 'Bedenkliche Maßnahmen' sind umstrittene Diagnostik- und Therapiemethoden aufgeführt, die hierzulande häufig angeboten werden. Aufgrund der fehlenden klinischen Unbedenklichkeits- und Wirksamkeitsnachweise werden die Kosten in der Regel weder von gesetzlichen noch von privaten Krankenkassen übernommen. Diese Übersicht soll helfen, vor kostspieligen, nicht auf Aussagefähigkeit, Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüften Verfahren zu schützen und unseriöse, für Patienten eventuell sogar lebensgefährliche Praktiken, kenntlich zu machen.

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Letzte Aktualisierung: 18.08.2017 © Krebsgesellschaft NRW