Familie

Die Situation der Angehörigen

Durch die Diagnose Krebs eines Familienmitglieds werden auch die Angehörigen oft unerwartet mit einer existentiellen Bedrohung konfrontiert. Sie befinden sich dann in einer schwierigen und belastenden Doppelrolle. Sie sind selbst Betroffene und übernehmen zugleich die Rolle des Helfers als wichtigste Bezugsperson für den Erkrankten.

Die Befindlichkeit der Angehörigen wird im sozialen Umfeld, im medizinischen Betrieb und in der Öffentlichkeit jedoch meist nur untergeordnet thematisiert. Dies gilt auch für die Betroffenen selbst. Diese sind ihrem eigenen Anspruch als Helfer und den oft hohen Erwartungen des sozialen Umfeldes ausgesetzt und versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ohne ihre eigene Situation zu reflektieren. Entlastung in eigener Sache suchen viele Angehörige meist erst sehr spät, wenn die psychische und auch die körperliche Belastung bereits ein hohes Maß an Leidensdruck erzeugt hat.

S. HOFSCHLAEGER/PIXELIO.DE

Paar- und Familiensprechstunde/Paar- und Familientherapie

Wer an Krebs erkrankt, ändert sich! Aber auch die Angehörigen reagieren auf die neue Situation. Vor allem die Partner erleben hautnah mit, wie es der erkrankten Person geht. Mit der Zeit können sich die Kommunikation, die Gewohnheiten, die Rollen und die Sexualität des Paares verändern.

Bei der Paar- und Familientherapie handelt es sich um ein psychotherapeutisches Verfahren, das bei Krebskranken und Angehörigen gute Wirkungen erzielt, das aber in der Regel nicht von den Krankenkassen finanziert wird.

Paar- und Familienberatungen werden in der Regel kostenfrei in ambulanten Krebsberatungsstellen angeboten. Einige Krebsberatungsstellen haben gesonderte Familiensprechstunden.

Ehe- und Familienberatungsstellen gemeinnütziger Träger bieten ebenfalls Gesprächsangebote an. Bei letzteren sollten Sie darauf achten, dass die Familientherapeuten psychoonkologisch weitergebildet sind.

Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise für Angehörige

Mitglieder von Selbsthilfegruppen haben auch immer ein offenes Ohr für Angehörige und Freunde, zum Teil gibt es sogar gesonderte Gesprächsangebote und Hilfestellungen.

Mit Kindern sprechen

Ähnlich einem Mobile, das ins Wanken gerät, verändert die Diagnose Krebs das Gefüge der ganzen Familie. Kinder und Jugendliche reagieren besonders empfindlich auf solche für sie existenziellen Veränderungen. Eltern andererseits sind unsicher, wie sie mit ihren Kindern angemessen umgehen können, zumal der erkrankte Elternteil durch Diagnose und Therapie stark in Anspruch genommen und belastet ist. Die Gefahr, dass in dieser Situation die Kinder mit ihren Sorgen allein bleiben, ist groß.

Unterstützung bieten ambulante Krebsberatungsstellen, die zum Teil auch eine gesonderte Familiensprechstunde anbieten. Ziel ist es, die Kinder in dieser belastenden Situation zu stärken und verunsicherte Eltern zu unterstützen. Ziel der Familienberatung ist das Zurückgewinnen der familiären Selbstwirksamkeit trotz Krebserkrankung. Im Sinne der Kinder bedeutet dies, dass das schwankende Familien-Mobile in einer neuen Ordnung wieder zur Ruhe kommen kann.

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Letzte Aktualisierung: 18.08.2017 © Krebsgesellschaft NRW